Leipziger Initiative gegen Islamismus

Grußworte

Grußwort von Alex Feuerherdt, freier Publizist aus Köln:
Es ist alles andere als einfach, sich im Spannungsfeld zwischen rechter Hysterie über die verstärkte Zuwanderung von Muslimen seit 2015 und linkem Kulturrelativismus, der jede Kritik des politischen Islam unter Rassismusverdacht stellt, so klar zu positionieren, wie es die Leipziger Initiative gegen Islamismus tut. Gleichzeitig ist diese Positionierung bitter nötig – und die Initiative zeigt, wie es geht. Die Feststellung, dass die Al-Rahman-Moschee kein harmloser Traditionsverein, sondern ein Radikalisierungszentrum ist und dass die islamistische Szene einen massiven Zuwachs durch die Zuwanderer erlebt, ist schlechterdings unbestreitbar. Genauso richtig ist das Diktum, dass der Kampf gegen den Islamismus weder einer blinden Toleranz zum Opfer fallen noch durch rassistische Identitätspolitik verdrängt werden darf.
Doch während der Protest gegen rechte und rechtsextremistische Strömungen eine vergleichsweise große Mobilisierungskraft zu entfalten vermag, hält sich der Protest gegen islamistische Gruppierungen und Einrichtungen in engen Grenzen. In der deutschen Debatte werden auffällig selten die Aufklärung und der Humanismus zum Maßstab erhoben, und das offenbart ein grundsätzliches Dilemma: Hierzulande ist ein universalistisches Verständnis von Menschenrechten noch immer randständig, und eine Dialektik von Einheit und Differenz existiert schlicht und ergreifend nicht. Dabei ist es, wie die Leipziger Initiative richtig schreibt, „die Aufgabe einer liberalen, rechtsstaatlich konstituierten Gesellschaft, die individuellen Persönlichkeitsrechte gegenüber jedem Einzelnen zu garantieren und durchzusetzen“.
Dass der Islam in diesem Zusammenhang nur selten als politische Ideologie thematisiert und kritisiert wird, trägt wesentlich zur Herausbildung von Parallelgesellschaften und zum nahezu ungehinderten Anwachsen islamistischer Vereinigungen und Zentren bei. Diesem Problem ist tatsächlich nicht mit kultursensibler Indifferenz beizukommen, zumal dadurch die Gefahren vor allem für Anders- und Nichtgläubige, für Frauen, Juden und Homosexuelle erheblich steigen. Notwendig ist es daher, diese Gefahren klar zu benennen, Konsequenzen zu fordern und für eine säkulare Gesellschaft einzutreten, in denen universelle Werte die Richtschnur sind. Genau das tut die Leipziger Initiative gegen Islamismus. Ihr ist daher größtmögliche Unterstützung zu wünschen.


Grußwort von Berlin gegen Islamismus:
Die Opferzahlen islamischer Gewalt sind so hoch, dass sie statistisch schwer bzw. kaum einzuholen sind. Im afghanischen Kunduz sind am 11. Dezember zehn Menschen bei einem Taliban-Angriff auf einen Checkpoint ums Leben gekommen, zwei Israelis sind am 13. Dezember in Ofra von einem Palästinenser erschossen worden, bei dem Terroranschlag in Straßburg wurden vier Menschen getötet. In Massengräbern in der Nähe des syrischen Albu Kamal fand man vor wenigen Tagen über 100 Leichen von Menschen, die der IS vor der Exekution misshandelt hatte. Von Ehrenmorden und schariatischen Hinrichtungen ganz zu schweigen. Die massive Anzahl von Toten, die islamischer Fanatismus fordert, zeigt deutlich, dass der Islam anders als andere Religionen beschaffen ist. Als politische Ideologie, die die Lebensführung der Einzelnen rigide durchreglementiert, bringt er den heimlichen Neid und den Hass auf all jene beständig hervor, die an ein glückliches, unbeschwertes und freies Leben erinnern.
Eben deshalb fuhr Anis Amri einen Lastwagen in einen christlichen Weihnachtsmarkt. Der steht mit seiner Konsum- und Genussfreudigkeit, dem gedankenverlorenen, freundlichen, bisweilen auch besinnlichen Treiben sinnbildlich für die westliche Lebensweise. Die lehnt der Mainstream-Islam ab, in islamistischen Moscheen wie dieser hier wird gegen sie agitiert. Das hat mit einer im positiven Sinne multikulturellen Gesellschaft nichts mehr zu tun, sondern verweist auf die Abgründe einer Gegengesellschaft, die die liberale Republik peu à peu aushöhlt. Dagegen müssen wir uns wehren.
Daher grüße ich Euch im Namen der Gruppe Berlin gegen Islamismus. Wir haben keine Lust mehr, die beständigen Relativierungen, die falsche Trennung zwischen Islam und Islamismus, und die moralische Abgestumpftheit von Seiten etablierter Politik und Zivilgesellschaft länger zu ertragen. Dieser Irrsinn zeigte sich in der #WirSindMehr-Bewegung überdeutlich. Den Kampf gegen rechts mit islamischen Akteuren und nicht etwa mit islamkritischen Ex-Muslimen zu führen, ist eine politische Bankrotterklärung. Die verrät nicht nur alle vom Islam Bedrohten, sondern stärkt die rechten Bewegungen obendrein, indem sie Menschen in ihre Arme treibt, die mit Fremdenfeindlichkeit nichts am Hut haben, an der Ignoranz der restlichen Parteien aber verzweifeln. Es kann nicht sein, dass mit Schlagwörtern wie „Weltoffenheit“, „Vielfalt“ oder „Abschottung“ Kritik an einer deutschen Migrationspolitik als rechts geschmäht wird, die zwischen Verfolgern und Verfolgten nicht zu unterscheiden gewillt ist.
Als Bürger in selbstbewusster Tradition der Aufklärung, denen irgendwelche Migrationshintergründe sekundär sind, weil nicht sie, sondern Persönlichkeit und menschenfreundliche überzeugungen einen Menschen sympathisch machen, solidarisieren wir uns mit der Initiative Leipzig gegen Islamismus. Für die Arbeit, die Ihr hierfür auf Euch genommen habt, und allen, die sich diesem Protest anschließen, danken wir sehr.


Grußwort von Sigrid Herrmann-Marschall, Bloggerin und Islamismusexpertin:
Meine sehr geehrten Damen und Herrn, liebe Unterstützer der Leipziger Initiative gegen Islamismus, ich bin sehr froh, dass die Initiative für den 21. Dezember eine Kundgebung organisiert, um gegen Islamismus Gesicht zu zeigen. Islamismus – das sind nicht nur die Attentate, die, wie kürzlich in Straßburg wieder, vielen Opfern das Leben kosteten. Islamismus, das sind auch die Strukturen und Akteure, Menschen, die anderen, meist jungen Männern, eine Ideologie vermitteln. Diese Ideologie beinhaltet die Fata Morgana des Paradieses. Das wird so vermittelt von vielerlei Predigern im Netz, die das Paradies und die Hölle so lebhaft schildern, als seien sie gerade dort gewesen. Sie machen Menschen eine furchtbare Angst vor den Höllenstrafen, und so mancher spätere Attentäter konnte sich bei seinem früheren Lebenswandel ausrechnen, dass auch er in diese Hölle kommen könnte. Doch es gibt eine wirklich sichere Möglichkeit, diese ewige Verdammnis zu umgehen und zugleich ins Paradies einzutreten: Man muss als Märtyrer sterben. Man muss buchstäblich über Leichen gehen, man muss im Kampf für den Islam sterben. In Abwesenheit echter Kampfstätten sucht man sich dafür friedvolle Orte mit arglosen Personen, die man als Feinde des Islams sieht. Dass es bei Attentaten auch Muslime trefen kann, ist diesen Menschen egal. Sie wähnen diese im Paradies versorgt nach ihrem Tode. Wenn nicht, so hätten sie die Hölle geradeso verdient wie die Nichtmuslime.
Einer der Prediger, die im Internet und bei Unterrichten Menschen in eine gefährliche Ideologie ziehen können, ist der hiesige Imam Hassan Dabbagh. Diese fundamentalistsche Ideologie verfängt bei Menschen und sie macht was mit ihnen. Sie trennt sie ab von der restlichen Gesellschaft. Sie zeichnet ein schwarz-weißes Bild von der Welt und ihren Bewohnern: hier die Rechtgeleiteten, dort das Höllenfutter.
Diese Abwertung der nicht Rechtgeleiteten ist fatal. Auch dort können es ebenfalls, nur anders inspirierte, Muslime sein, die abgewertet werden. Diese Sicht kann dazu führen, dass sich Menschen in eine Abwärtsspirale des Hasses begeben, die sie für ihren Weg zu Gott halten. Eine Ideologie, die die Menschen von der Mehrheitsgesellschaft abtrennt. Das ist besonders fatal und gefährlich für Menschen, die noch keine Chance hatten, hier anzukommen. Die vielleicht Orientierung suchen. Und die hier eine falsche finden. Diese Ideologie ist auch besonders gefährlich für Kinder, die nie lernen können, Teil dieser Gesellschaft zu sein. Sie sollen sich anders fühlen, sie sollen anders sein. Nicht wie die, auf die die Hölle schon wartet. Darüber muss man aufklären. Dagegen muss man seine Stmme erheben und sagen: Nein, der Schutz von Gefüchteten ist wichtg. Und nein, so sollen Kinder nicht erzogen werden. Sie sollen, wie alle Kinder lernen, gleiche unter gleichen zu sein, ohne Hass und Abgrenzung.
Diesem Verein sollte es daher untersagt werden, Gefüchtete und Kinder zu indoktrinieren. Da müssen wir als Gesellschaft sagen: Nein! Das ist unsere Verantwortung als Demokraten und als Erwachsene, jene zu schützen, die vielleicht suggestibel sind.
Diese Verantwortung, nein zu sagen gegen Islamismus, die nehmen Sie bei Ihrer Kundgebung am 21.12. wahr. Ich wünsche ihnen und der Initatve einen guten Verlauf und uns allen Erfolg.



Grußwort der Berliner Initiative „Ehrlos statt wehrlos“:
Der Tunesier Anis Amri ermordete am 19. Dezember 2016 elf Besucher eines Berliner Weihnachtsmarktes. Nur vier Tage darauf wurde in einer Weddinger Moschee gepredigt, die Weihnachtsgefahr sei die „größte aller Gefahren“. Der Imam rief die Anwesenden dazu auf, sich „nicht mit den Deutschen gemein“ zu machen. Während das politische und mediale Berlin noch um das richtige „Framing“ bemüht war, lieferte man im Wedding auf diese Weise bereits die ideologische Rechtfertigung dieser und zukünftiger Gewalttaten.
Ein Jahr später, als sie der Opfer des Anschlags gedachte, hatte die Evangelische Kirche Berlin sich bereits für den richtigen Umgang entschieden: Auf der Suche nach einem muslimischen Ansprechpartner erkundigte sie sich beim Zentralrat der Muslime, d.h. bei einer Organisation, der die Islamische Gemeinde in Deutschland (IGD) angehört. Dies ist der deutsche Ableger der radikalislamischen Muslimbruderschaft, dessen geistiges Oberhaupt, Yussuf Al-Quaradawi, Homosexualität als eine „geschlechtliche Abartigkeit“ bezeichnet und empfiehlt, homosexuelle Handlungen durch 100 Peitschenhiebe zu bestrafen. So fand die Evangelische Kirche für ihre Gedenkveranstaltung denn auch einen dazu passenden Redner: Mohamed Matar, seines Zeichens Seelsorger der Dar-Assalam-Moschee. Diese wiederum pflegt ebenfalls Kontakte zur Muslimbruderschaft. Laut Verfassungsschutzbericht bot sie sich im März 2016 der Gründungsveranstaltung des „Fatwa-Ausschuss Deutschland“ als Gastgeber an - einer Institution, die eine Gesetzgebung im Sinne der Scharia befürwortet. Auch salafistische Prediger wurden bereits in die Dar-Assalam-Moschee als Gastprediger eingeladen. Einer davon war Muhammed Al-Arifi, der gegen Schwule, Juden und Schiiten hetzt und Männern empfiehlt, ihre Frauen zu züchtigen. Vom Haus-Imam Mohamed Taha Sabri existieren ebenso wie vom Gedenkgottesdienst-Redner und Jugendseelsorger Mohamed Matar Fotos, die sie mit dem Muslimbruder-Gruß zeigen.
Dies mag in aller Kürze vor Augen führen, wie legalistischer und radikaler Islamismus Hand in Hand gehen und ihre Einflussmöglichkeiten, dank der Ignoranz der Öffentlichkeit, gestärkt werden: Nach außen hin treten die Protagonisten des legalistischen Islams durch eine Art doppelter Buchführung liberal auf, nach innen predigen sie die Scharia. Dadurch schaffen sie sich in der breiten Öffentlichkeit als Diskussionspartner Einflussmöglichkeiten, während gleichzeitig die offen gewaltbereiten islamistischen Organisationen unter den Augen des Verfassungsschutzes ihre Mitglieder und Sympathisanten auf den Terror vorbereiten.
Diesen Zusammenhang von Moschee und Massenmord, von Predigt und Jihad sollte man offen herausstellen und darüber aufklären, dass der radikale Islam in seinen Methoden, seinen Kostümen und seiner Rhetorik zwar Unterschiede aufweist - in seinem letztendlichen Ziel jedoch als Einheit zu verstehen ist.Hinzuweisen ist hier nicht nur auf die Gefahr, die diese Organisationen für die Mehrheitsbevölkerung darstellen, sondern auch und vor allem auf den Schaden, den sie in den muslimisch geprägten Gesellschaftskreisen anrichten. Denn dass überhaupt eine islamische Radikalisierung in Bezirken mit hohem Migrationsanteil stattgefunden hat, ist auch einer politischen Praxis geschuldet, die jahrzehntelang das Elend dieser Bezirke vernachlässigt und die Probleme einer Ausbreitung radikalislamischer Ideologien ignoriert hat, solange es die nicht-muslimischen Gesellschaftsschichten (vermeintlich) noch nicht betraf. Einzufordern ist daher eine Solidarisierung der Politik mit diesen ersten Opfern der Kultur der Ehre: Eine Stärkung jener Menschen, die denken und fühlen, dass es falsch ist, wenn Frauen und Männer ungleich behandelt, wenn Schwule verfolgt, Juden bedroht und Atheisten gedemütigt werden. Zu stärken ist das Recht auf Selbstbestimmung der Jungen und Mädchen, der Frauen und Männer, die sich den traditionellen Ehrvorstellungen nicht anpassen wollen. Einzufordern ist ebenso der praktische politische und soziale Schutz der (potentiellen) Opfer, die den Tätern zum Feindbild außerhalb der eigenen Communities dienen sowie die Prävention weiterer Gewaltverbrechen.
Das Berliner Bündnis „Ehrlos statt Wehrlos“ unterstützt die Kundgebung der „Leipziger Initiative gegen Islamismus“, der wir hiermit unsere besten Grüße überbringen. Wir wünschen einen erfolgreichen Protest und hoffen, dass diese wichtige Arbeit Nachahmer findet und fortgesetzt wird.


Grußwort von Necla Kelek, Publizistin und Islamkritikerin:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte mit einem Irrtum aufräumen.
Moscheen sind in der islamischen Tradition nicht nur heiligen Stätten, sondern der Ort, an dem sich die Männer der Gemeinde zum Gebet versammeln und diesen gleichzeitig als sozialen Raum nutzen. Dagegen ist im Prinzip nichts zu sagen, aber sie sind eben keine Kirchen und deshalb auch nicht so wie sie zu behandeln. Mir erscheint es als Beispiel für falsche Toleranz oder politische Verwirrung, wenn der Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, in Erfurt im Namen der Religionsfreiheit den Grundstein für die 48. Moschee der Ahmadiyya legt, deren Missionsziel die weltweite Errichtung des Kalifats, der Herrschaft des Islam, ist. Ob eine Moschee gebaut werden kann, ist nicht nur eine Frage des Baurechts, sondern auch eine gesellschaftliche Frage. Und ein Kriterium für die Genehmigung sollte deshalb sein, dass dort die Gesetze eingehalten werden. Und da sind Zweifel angebracht.
Denn wer unter Freiheit, nicht nur die spirituelle, sondern die reale Unterwerfung unter Allah versteht, und wie die Salafisten, nicht die Verfassung als obersten Grundsatz des Zusammenlebens akzeptiert, der mißbraucht die Religionsfreiheit und die Toleranz unserer freien Gesellschaft. So wie in vielen Moscheen in Deutschland Islam praktiziert wird, sind sie zu einem Hindernis für die Integration geworden und haben sich zu Keimzellen einer Gegengesellschaft entwickelt. Denn diese Moscheen waren und sind mehrheitlich immer noch Männerhäuser in denen Frauen meist nur in separaten Räumen geduldet sind. Eine demokratische Gesellschaft aber lebt davon, dass Männer und Frauen gemeinsam in der Öffentlichkeit Verantwortung tragen, gleiche Rechte haben und auch gleich behandelt werden.
Die Trennung der muslimischen Gemeinde in die Männer, die in der Moscheegemeinden beten, ihre Freizeit verbringen und Geschäfte machen und in die Frauen, die separiert werden, kann kein Integrationsmodell sein.
An den Rechten der Frauen, misst sich die Demokratie. Solange in den Moscheen die Frauen nur hinter dem Hijab beten dürfen, solange sie dort nur geduldet sind nicht gleichberechtigt in diesen Häusern mitbestimmen dürfen, solange die Moscheen nicht das partnerschaftliche Miteinander pflegen, sondern patriarchalisch, undemokratische Strukturen befördern und legitimieren, und Freiheit und Selbstbestimmung verhindern, solange sind solche Häuser für mich nicht akzeptabel.
Verteidigen wir die Freiheit auch der Muslime gegen Bevormundung durch eine rückwärtsgewandte Männerherrschaft.
Gegen Frauenapartheit und den politischen Islam.



Grußwort von Birgit Ebel, Lehrerin in Herford und Mitgründerin von extremdagegen:
Wir, die Herforder Präventions- und Empowermentinitiative „extremdagegen!“ begrüßen und unterstützen den Aufruf der »Leipziger Initiative gegen Islamismus« für eine Kundgebung vor der Leipziger Al Rahman Moschee am 21. Dezember 2018 aufs Entschiedenste!
Auch wir haben in den letzten Jahren feststellen müssen, dass im Kreis Herford und in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) die Radikalisierung von Menschen durch hiesige Salafisten und Islamfaschisten im Umfeld bestimmter Moscheen massiv zugenommen hat. Treibende Kraft ist hierbei der politische Islam, der von DITIB, Milli Görüs, ATIB und sogenannten freien Moscheen zumeist arabischer Communities und der Muslimbruderschaft propagiert wird.
Wir haben haben uns 2014 als Initiative gegründet, um nicht zuletzt diesem Extremismus einen demokratiepädagogischen Ansatz entgegenzustellen. Gerade junge Menschen gilt es gegen Radikalisierung zu immunisieren. Wir sind im Kontakt mit Sicherheitsbehörden und mit nahezu allen bekannten Islamismusexpert/innen im Bundesgebiet. Mit unserem interkulturellen Ansatz haben wir bereits über 100 Jugendliche direkt an Projekten, Auftritten, Fachtagungen und Workshops aktiv beteiligen können. In kurzer Zeit wurden wir damit recht bekannt und sind mit den Jugendlichen im gesamten Bundesgebiet und auch im Ausland unterwegs. Diese Aufklärungs- und Empowermentarbeit ist dringend notwendig, da es Islamisten vor allem um eine junge Anhänger/innenschaft geht. Jeder zweite Gefährder in Deutschland ist noch minderjährig. Der Anteil von Minderjährigen, Konvertiten und jungen Mädchen und Frauen in der Szene steigt. Dieses Phänomen wird auch in Leipzig bekannt sein. Diese jungen Menschen brauchen nicht den legislativen Islam, sondern Orientierung und ein demokratiepädagogisches Gegenprogramm. Insbesondere gilt dies, wenn die eigenen Familien sie nicht bei der Integration und Partizipation an einer freiheitlichen Zivilgesellschaft unterstützen, welche an der Einhaltung von Frauen- bzw. Menschenrechten orientiert ist.
Einige Schlaglichter zur Verdeutlichung:
Alleine aus der 60.000 Einwohner/innenstadt Herford sind seit dem Jahr 2013 acht Fälle bekannt geworden, bei denen junge Männer zwischen Schule und Beruf in das IS-Terrorgebiet ausgereist sind. Mit dem Flüchtlingszustrom der letzten Jahre haben sich die Gefahren einer möglichen Radikalisierung potenziert, da mehrere Moscheen und Islamverbände ehrenamtliche Hilfsnetzwerke für Geflüchtete instrumentalisieren, um gezielt an diese Menschen heranzukommen. Sie täuschen eine humanitäre Gesinnung vor, während sie die Organisationen faktisch unterwandern. So fielen Islamverbände und -Vereine wiederholt durch dubiose Aktionen auf: Beispielsweise durch die Ausgabe von Koranen, Gebetsteppichen und -ketten sowie islamischer Kleidung wie etwa dem Hidschab für Mädchen und Frauen. Diese Verteilaktionen sind eben keine humanitäre Hilfe, sondern es sind Kampagnen zur (Re-)Islamisierung, durchgeführt von legalistisch-islamistischen Kräften. Diese sorgen aktiv für die Ausbreitung eines sektenartig organisierten Religionsverständnisses, das diejenigen bedroht und diskriminiert, die sich den islamistischen Dogmen widersetzen.
Ein zentraler Pfeiler der Salafisten ist ihr reaktionäres Frauenbild und Geschlechterrollenmodell. Mädchen und Frauen werden angehalten, sich zu verhüllen. Sie sollen in einer von Geschlechterseparation geprägten Parallelgesellschaft leben, die sämtliche individuellen und freiheitlichen Lebensentwürfe verbietet. Im Straßenbild tauchen immer mehr junge Frauen auf, die stark verschleiert sind. Dabei ist ihr Auftreten ist vielfach provokant, sie verfolgen mit Verve ihre islamistische Mission und dürfen daher nicht unterschätzt werden. Darunter sind vermehrt junge deutsch-einheimische Konvertitinnen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen, insbesondere als Werberinnen um neue Anhängerinnen aus der deutsch-einheimischen Gesellschaft. Sie sind keine hilflosen Opfer, sondern willige Handlangerinnen und Mittäterinnen. Auch aus OWL sind bereits mehrere Fälle ausgereister Mädchen und junger Frauen bekannt, die ins Terrorgebiet wollten, um „Gotteskrieger“ zu heiraten.
Über diese islamistischen Strukturen, über islamistische Hassprediger, salafistisch gesteuerte Hilfs- und Spendenvereine und die inzwischen verbotenen öffentlichen Koranverteilungen der sogenannten „Lies!“-Kampagne wurde über Jahre hinweg in ganz OWL eine menschenfeindliche, gewaltorientierte und totalitäre Ideologie verbreitet. Auch der Imam Hassan Dabaggh, Vorsitzender der Leipziger Al Rahman Moschee, trat schon vor Jahren in Bielefeld auf. In einer DITIB-Moschee in Herford paradierten im März 2018 vier-bis siebenjährige Kinder in Kampfuniformen, skandierten Kriegsparolen und lagen anschließend im Beisein begeisterter Eltern als „Märtyrer“ unter der türkischen Flagge.
Am Beispiel sogenannter „Live-Konversionen“, die in OWL mit international bekannten Hasspredigern veranstaltet wurde, wird eines deutlich: Für die Agitation der Islamisten sind potenziell alle Menschen, die nach Halt, Sinn oder Spiritualität suchen oder die vielleicht in einer Lebenskrise stecken interessant. Die religiöse und weltanschauliche Orientierung, die soziale und ethnische Herkunft spielen bei der Anwerbung durch islamistische Radikalisierer keine Rolle. Das unterscheidet diese Gruppierungen und ihre Netzwerke auch von den rechtsextremistischen und rechtspopulistischen Bewegungen. Zugleich zeigt sich die Zivilgesellschaft oftmals naiv-gutgläubig und auf erschreckende Weise verharmlosend angesichts dieser verfassungsfeindlichen Angriffe auf unsere erkämpften Rechte, unsere Demokratie und Freiheit. Verharmlosung, Ignoranz oder gar Verleugnung sowie absurde Rassismus- und „Islamophobie“-Vorwürfegegen gegenüber Kritiker/innen des politischen Islams verhelfen den Islamist/innen zum Erfolg. Denn Spaltungsphänomene wie der Kulturrelativismus und unterstellte AfD-Nähe gegenüber Kritiker/innen erschweren noch zusätzlich die Sensibilisierung einer Zivilgesellschaft, die trotz mehrfacher terroristischer Angriffe in Europa und Deutschland noch nicht erkannt hat, dass hier ein Umdenken und umfassendes Handeln aller gesellschaftlichen Kräfte und Akteur/innen nötig sind. Dazu zählt offensichtlich auch das „Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus Leipzig“, welches nun in Reaktion auf die Kundgebung der „Leipziger Initiative gegen Islamismus“ mit einer Gegenkundgebung in Erscheinung tritt. Auch in den Schulen ist der Islamismus nur selten ein Thema. Dort geht es zumeist nur um Rechtsextremismus, Rassismus und angebliche „Islamophobie“. Islamismus wird fast durchgängig ausgeblendet und tabuisiert. Wir sind mittlerweile in einer makabren Situation angelangt, in der sogar Deradikalisierungsprojekte und –programme, Teile der feministischen Bewegung, Integrationsräte, Parteien sowie lokale Bündnisse gegen Rassismus und Rechtsextremismus von Islamist/innen und Apologet/innen des politischen Islams unterwandert sind. Im frauenpolitischen Kontext ist die Frauen- und Menschenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES, mit der wir kooperieren, eine der wenigen, die dem Kulturrelativismus klare Positionen entgegensetzt. Gerade auch als Lehrerin und Pädagogin begrüße ich deren Petition für ein Verbot des Kinderkopftuchs, denn die Verschleierung soll Mädchen den Zugang zu freiheitlichen Lebensentwürfen schon früh versperren. Nur ein klares Verbot kann sich hier gegen die Macht patriarchaler Familien über die Mädchen durchsetzen.
Doch Rufe nach dem Rechtsstaat, nach polizeilicher Intervention und mehr Verfassungsschützern reichen nicht aus. Im Kampf gegen den legalistischen Islamismus sind alle Demokrat/innen und alle Angehörigen der Zivilgesellschaft gefragt, aktiv zu werden – gerade auch oft einseitig agierende „Bündnisse gegen Rechts“. Ihre Aufgabe muss sein, in Schulen, in der Jugend- und , der Elternarbeit, im Handlungsfeld von Integration, in Vereinen und in Parteien Aufklärung zu leisten, um der Radikalisierung und Unterwanderung durch Islamist/innen entgegenzuwirken.